Grünes Blattgemüse: Jungbrunnen für‘s Gehirn

Grünes Blattgemüse: Jungbrunnen für‘s Gehirn

Eine Ernährung mit viel grünem Blattgemüse kann das altersbedingte Nachlassen der kognitiven Fähigkeiten deutlich bremsen. Das ergab eine Studie von Forschern des medizinischen Zentrums an der Rush University, die am 30. März bei der KonferenzExperimental Biology 2015 in Boston vorgestellt wurde.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass die schützende Wirkung des Gemüses zum großen Teil auf Vitamin K zurückzuführen war. Der Körper bildet es aus einer Vorstufe, die in grünem Blattgemüse reichlich enthalten ist.

»Jetzt, wo die Babyboomer-Generation allmählich alt wird, besteht große Nachfrage nach einem Lebensstil, der den Verlust des Gedächtnisses und sonstiger kognitiver Fähigkeiten verhindert«,erklärte Erstautorin Martha Clare Morris. »Unsere Studie liefert Hinweise darauf, dass der Verzehr von grünem Blattgemüse und anderen Nahrungsmitteln mit viel Vitamin K, Lutein und Betacarotin helfen kann, das Gehirn gesund zu erhalten und seine Funktion zu bewahren.«

Finanziert wurde die Studie von den National Institutes of Health [einer Behörde des US-Gesundheitsministeriums, die sich vor allem der biomedizinischen Forschung widmet].

»Einfach, preiswert, nicht-invasiv«

Die Studie wurde an 954 Senioren durchgeführt (Durchschnittsalter: 81 Jahre), die am Memory and Aging Project teilnehmen, bei dem die Variablen untersucht werden, die die kognitive Gesundheit beeinflussen.

Zu Beginn der Studie füllten die Teilnehmer einen detaillierten Fragebogen über ihre Ernährungsweise aus, anhand dessen die Wissenschaftler ihre Nährstoffaufnahme berechneten. Anschließend wurde zwei bis zehn Jahre lang (im Durchschnitt fünf Jahre) einmal jährlich ihre kognitive Leistung überprüft.

Nach Abzug möglicher Störfaktoren wie Alter, Geschlecht, Rauchen, Bildungsstand, sportliche Betätigung und genetische Marker für Alzheimer erkannten die Forscher einen Zusammenhangzwischen dem Verzehr von grünem Blattgemüse und deutlich geringerem Verlust der kognitiven Fähigkeiten. Die Wirkung war so stark, dass die Teilnehmer, die täglich eine oder zwei Portionen Gemüse aßen, ihrer kognitiven Leistung nach elf Jahre jünger waren als die Teilnehmer, die kein Gemüse aßen.

Die Wissenschaftler suchten nach einer möglichen Verbindung zwischen kognitivem Alter und bestimmten Nährstoffen. Sie fanden heraus, dass ein höherer Verzehr von Vitamin K, Betacarotin, Folsäure und Lutein mit einem geringeren Verlust der kognitiven Fähigkeiten einherging, das heißt: Das Gehirn blieb jünger. Diese Nährstoffe liefern auch kräftig gefärbte Früchte und Gemüse.

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